Vonn jubelte zu früh - Goggia holt Kugel

Aare-Abfahrt

Vonn jubelte zu früh - Goggia holt Kugel

Lindsey Vonn hat beim Weltcupfinale in Aare die letzte Saison-Abfahrt vor Sofia Goggia gewonnen und ihren 82. Weltcupsieg gefeiert. Zum perfekten Ergebnis fehlte der US-Amerikanerin eine Läuferin, die sich zwischen sie und die Italienerin geschoben hätte. So ging die Weltcup-Kugel für die Abfahrtswertung um drei Punkte an Olympiasiegerin Goggia. Beste ÖSV-Läuferin war Nicole Schmidhofer als 9.

Vonn fehlen auf ihr großes Ziel den Stenmark-Rekord (86) zu brechen nun noch vier Siege. Der ehrgeizige US-Superstar jubelte ausgelassen im Ziel und wusste noch nicht, dass es am Ende für die Kugel nicht reichen würde.

Beim Interview zeigte sich Vonn enttäuscht. Sie hätte sehr gerne die Kugel geholt und der Rückstand mit drei Punkten wäre äußerst knapp. Außerdem wisse sie nicht, wie viele Chancen sie noch bekommen werde eine Kristallkugel zu holen.

Spannende Entscheidung

Spannender hätte die Entscheidung um die Abfahrtwertung bei den Damen nicht sein können. Auf wegen Windes und schlechter Pistenpräparierung im oberen Teil stark verkürzter Strecke matchen sich in der kürzesten Abfahrt der Weltcupgeschichte die zwei Besten der Saison auf Augenhöhe. Die Zitterpartie endet für Goggia mit einem Happy End. Die Abfahrtskugel ging damit das erste Mal seit 2002 wieder an Italien, als Isolde Kostner zum zweiten Mal in Folge in der schnellsten Disziplin erfolgreich war.

"Nach Südkorea habe ich mir gesagt, okay, ich habe Gold, aber jetzt muss ich noch die Kugel holen", erzählte Goggia, die gestand. "Ich war wirklich richtig nervös, habe noch nie so gelitten und wie dieses Mal, dass dieses Rennen endlich vorbei ist und das Ergebnis offiziell ist." Die Bedingungen wechselten ständig zwischen leichtem Schneefall und Sonnenschein, da war für jede Nummer noch alles möglich.

Während man Goggia im Zielbereich während des Rennens immer wieder auf dem Boden hocken und nervös an den Fingern spielen sah, reckte Vonn drei Finger in die Kamera. Denn drei Punkte waren es letztlich, die über die Kugel entschieden. "Ich bin volles Risiko gefahren, es war großer Druck da, ich bin trotzdem voll gefahren", erzählte Vonn, die den 82. Weltcup-Sieg ihrer Karriere feierte. Auf den mit 86 Erfolgen schwedischen Rekordhalter Ingemar Stenmark fehlen damit nur noch vier.

Sie habe natürlich gehofft, dass noch jemand zwischen sie und Goggia reinfährt. Aber der Verlust der Kugel um drei Punkte würde nicht so sehr schmerzen wie 2011 Platz zwei im Gesamtweltcup hinter der Deutschen Maria Riesch - ebenfalls mit drei Punkten Rückstand. "Aber ich weiß nicht, wie viele Chancen ich noch kriege, deshalb tut es schon weh."

ÖSV-Damen mit schlechtem Ergebnis

Von den Österreicherinnen punkteten nur Schmidhofer (9./+0,69) und Anna Veith (13./0,95). Ramona Siebenhofer (20./1,25) und Stephanie Venier (22./1,50) blieben außerhalb der Punkteränge, die beim Finale die Top 15 sind. Tagesdritte wurde die US-Amerikanerin Alice McKennis (+0,28). Im Disziplinweltcup kam die verletzungsbedingt fehlende Cornelia Hütter hinter Goggia, Vonn und der Liechtensteinerin Tina Weirather auf Platz vier.

Schmidhofer war lange gut mit dabei, allerdings verpatzte sie einem Sprung. "Da sind sechs Zehntel liegengeblieben, es wäre also sonst viel möglich gewesen. Ich muss einfach am Springen weiterarbeiten, es ist für mich eine große Überwindung, es durchzuziehen. Sobald du ein bisschen zögerst, kommt so was raus. Und das Tempo ist fort", sagte die Steirerin.

Sehr genau verfolgte Veith das Rennen nach ihrer Fahrt im Ziel mit. "Drei Punkte Unterschied ist so knapp wie selten, das war extrem spannend. Ich finde, das gehört auch so her, dass man sich bis zum letzten Rennen matcht. Das macht es aus, das macht auch Spaß. Schade dass ich nicht mitmischen habe können. Das hat mich immer extrem gereizt", sagte die Salzburgerin. Nachsatz: "Ich schaue es mir auch deshalb an, damit ich was lernen kann."

Zu ihrer Fahrt meinte sie. "Ich bin froh, dass wir gefahren sind, ich kann jetzt sehr frei in den Super-G morgen gehen. Auch wenn nichts Schwieriges drinnen war, habe ich mich heute noch einmal überwunden, alles rausgequetscht und einen guten Abschluss der Abfahrtssaison geschafft."

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