Tirols Almen an der Spitze

Vernetzung von Landwirtschaft und Tourismus

Tirols Almen an der Spitze

Die Tiroler Almen sind wertvoller Wirtschafts- und Erholungsraum für Einheimische wie Gäste und stellen damit einen einzigartigen Wertschöpfungsfaktor für die gesamte Region dar. Rund um dieses Tiroler Kulturgut setzt die Lebensraum Tirol Holding nun Akzente.

Tirols Almen sind österreichweit an der Spitze

Die Tiroler Almen sind ein wichtiger Antrieb für nachhaltigen Tourismus, wirtschaftlichen Erfolg und hochwertige Kulinarik. 75% der österreichischen Almmilch stammt aus Tirol, 56% der Tiroler Milchkühe verbringen den Sommer auf einer der über 2000 Almen. Im Bundesvergleich hat Tirol mit über 120.000 Hektar fast doppelt so viel Almfutterfläche wie das zweitplatzierte Salzburg. Diese Kennziffern unterstreichen die wirtschaftliche Relevanz der Tiroler Almen zusätzlich zu ihrer nachweislichen Bedeutung für den Tourismus: Seit jeher gelten die Tiroler Almen als Sehnsuchtsort für Gäste aus aller Welt. Aber auch für die Tirolerinnen und Tiroler stellen sie zentrale Erholungsräume mit steigender Beliebtheit dar – wie generell das eigene Land für die heimische Bevölkerung als Urlaubsland an Stellenwert gewonnen hat. In den vergangenen 10 Jahren hat sich dieser Trend Jahr für Jahr verstärkt – aktuell verbringen so viele Einheimische wie noch nie Urlaub im eigenen Land.

LH Platter: „Lebensraum Tirol Holding schafft Projekt mit Mehrwert“

Gerade weil Tirols Almen gleichermaßen Erholungs- und Wirtschaftsraum sind, war es von zentraler Bedeutung, nach dem „Pinnistal-Urteil“ umgehend zu reagieren: Mit einem Maßnahmenpaket für ein gutes Miteinander im Almgebiet – allen voran der darin enthaltenen „Tiroler Wegeversicherung“ – konnte das Land Tirol Rechtssicherheit für die heimischen Bauern schaffen. Es war somit auch gewährleistet, dass Tirols Almen weiterhin für Einheimische und Gäste offen bleiben.

„In der stärkeren Vernetzung von Landwirtschaft und Tourismus liegt viel Potenzial. Deshalb habe ich die Lebensraum Tirol Holding unmittelbar nach dem „Pinnistal-Urteil“ beauftragt, sich des Themas Almen anzunehmen. In einer Symbiose von Agrarmarketing Tirol und Tirol Werbung ist der Schwerpunkt Almkulinarik entstanden, mit welchem dem Trend zu regionalen und nachhaltig produzierten Produkten perfekt Rechnung getragen wird“, erklärt Tirols Landeshauptmann Günther Platter. Die Bündelung der Kräfte rund um die Stärken der Marke Tirol sei ein zentrales Motiv für die Schaffung der neuen Holdingstruktur gewesen. Der Almkulinarik-Schwerpunkt stelle ein greifbares Projekt mit Mehrwert für die Bevölkerung dar. „Es geht darum, die Almprodukte noch stärker als bisher einem breiten Publikum zugänglich zu machen – in Gastronomie, Hotellerie und Lebensmittel-Einzelhandel gleichermaßen“, erklärt Platter und ist überzeugt, „dass von dieser Partnerschaft langfristig nicht nur Landwirtschaft und Tourismus profitieren, sondern das ganze Land.“

Es geht um den Erhalt eines kostbaren Tiroler Kulturguts

„Zur Weiterentwicklung der Tiroler Almen als zentrales Tiroler Kulturgut braucht es jetzt ein noch stärkeres Miteinander, um diesen im wahrsten Sinne kostbaren Lebensraum zu erhalten“, ist auch Josef Margreiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Holding, überzeugt. „Kulinarische Almspezialitäten, die als regionale Premiumprodukte die industrielle Massenfertigung kontrastieren, sind einer der Aspekte. Aber auch jahrhundertealte Tradition sowie respektvoller Umgang mit der Natur und die lokale, oft genug mit harter Arbeit einhergehende Lebensweise muss auf behutsame Art vermittelt werden.“ Rund um den Sehnsuchtsort Alm würden sich Freizeit- und Landwirtschaft dringend brauchen. Mit gemeinsamen Strategien werde sich viel Potential entfalten, so Margreiter: „Die Tiroler Almen stellen ein echtes Querschnittsthema dar. Mit der Freizeit- und Landwirtschaft sowie Handel und Gastronomie werden wesentliche Lebensbereiche vereint und in Verbindung gebracht, mit denen viele Tirolerinnen und Tiroler tagtäglich Berührungspunkte haben.“

Almen als starker Erfolgsfaktor für Sommertourismus

„Almen sind nachweislich ein starker Erfolgsfaktor für den Tourismus in Tirol“, unterstreicht Theresa Leitner, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Management Center Innsbruck (MCI). „Die hohe Erholungsqualität der Landschaft ist ein direktes Resultat der Almwirtschaft. Die Almweiden und offenen Flächen werden als besonders schön wahrgenommen und sind auch Grundlage für Aktivitäten am Berg - im Sommer für Wandern und Biken, im Winter für die Pisten.“ Die Expertin fügt hinzu: „Die Almwirtschaft ist eine der nachhaltigsten Formen der Nahrungsmittelproduktion überhaupt, sowohl die Nutzung der Ressourcen als auch das Tierwohl betreffend. Gäste wie Einheimische schätzen dieses stimmige und nach wie vor authentische Gesamtsystem. Daher ist es aus ökologischer wie ökonomischer Sicht besonders wichtig, die Almen zu unterstützen – auch im Sinne des Tourismus.“

Tirol Werbung mit einem Almfokus

„Auf die Verbindung von Almwirtschaft und Kulinarik legen wir in diesem Jahr einen Schwerpunkt“, erläutert Ingrid Schneider, Leiterin von „urlaub.tirol“ in der Tirol Werbung. „Unter dem Titel ‘Kulinarische Wanderungen’ stellen wir besondere lukullische Erlebnisse in den Tiroler Bergen in die kommunikative Auslage. Almen mit eigener Produktion sind hier ein zentraler Bestandteil. Diese kulinarischen Wanderungen bilden auch die Speerspitze einer entsprechenden Kampagne zum Thema Almleben, welche seit dem Frühsommer auf acht Märkten umgesetzt wird. Zusätzlich sensibilisieren wir in Zusammenarbeit mit den Tiroler Tourismusverbänden und weiteren wichtigen Leistungsträgern wie z.B. den Tiroler Seilbahnen Gäste wie Einheimische mit einer Informationskampagne zum richtigen Verhalten auf Almen.“

Agrarmarketing Tirol entwickelt neue Angebote & Produkte

Matthias Pöschl, GF Agrarmarketing Tirol, kündigt in diesem Kontext drei zentrale Initiativen an: den „Tiroler Felsenkeller“, die „Erlebnisalm“ und das Projekt „Almleben“.

„Das bestehende hochwertige Sortiment kulinarischer Qualitätsprodukte der Tiroler Almen wird durch unser Netzwerk verstärkt unterstützt“, betont Pöschl. „Den 50 Partneralmen des Projekts ‚Almleben‘ wird unsere gesammelte Expertise zur Verfügung gestellt. Durch Produktuntersuchungen, Schulungen für Almbetreiber sowie individuelle Beratung und definierte Teilnahmekriterien ergibt sich die hohe Lebensmittelqualität, die wir alle kennen und schätzen. Bei bestimmten Investitionen unterstützen wir unsere Tiroler Almen mit gezielten Förderungen und zusätzlich profitieren die teilnehmenden Almen sowohl durch unsere Vermarktungsstrategie als auch durch unsere Informations- und Werbekampagnen. Unser Anspruch besteht darin, die Strahlkraft der Tiroler Almprodukte im Verbund mit der Tirol Werbung auch überregional zu stärken.“

„Nur wenige Almen haben eigene Lagermöglichkeiten für die Käseherstellung – mit dem ‚Tiroler Felsenkeller‘ soll diese langfristig geschaffen werden. So sollen Almen ihre eigenen Käseprodukte herstellen und reifen lassen und ihr kulinarisches Angebot ausweiten können“, erklärt Pöschl. „Mit 8 Kleinsennereien konnte bereits eine Gemeinschaft zur Realisierung des Vorhabens gebildet werden. Dabei steht das erklärte Ziel im Vordergrund, den ‚Tiroler Almkäse‘ mit geschützter Ursprungsbezeichnung als Premiumprodukt auf den Markt zu bringen.“

„Die ‚Erlebnisalm‘ wird ein grundlegendes Konzept für Almen sein, das in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck und der FH Kufstein entwickelt wird“, kündigt Pöschl an. „Viele Tiroler Almen sollen dadurch zu einem Ort werden, an dem jede Generation, vor allem aber Kinder und Jugendliche, eigene positive Erfahrungen mit sämtlichen Aspekten des Themas Almwirtschaft machen können. Das können Erlebnisse in der Schausennerei ebenso sein wie im Stall.“ Dieses Gesamtkonzept wird auf der Schlickeralm bereits Schritt für Schritt umgesetzt und könne in Folge auf andere Almen übertragen werden.

Starke Verarbeiter und Handelspartner fördern die Wertschöpfungskette

Erfolgreiche Betriebe wie die Erlebnissennerei Zillertal, der Fleisch- und Wurstwarenerzeuger Hörtnagl oder der Gastronomiegroßhändler Eurogast sollen Produkte wie Almmilch, Almrind und Almkäse künftig noch stärker als bisher in Handel und Gastronomie einem breiten Publikum zugänglich machen.

Armin Riedhart, Geschäftsführer der Eurogast Riedhart Handels GmbH: „Durch die Vernetzung mit starken Handelspartnern werden die Produkte der Almen stärker verbreitet und sowohl die Gastronomie als auch der Konsument wissen das zu schätzen.“

Heinz Kröll, Seniorchef der Erlebnissennerei Zillertal, blickt in die Zukunft: „Wir wollen das Bewusstsein für hochwertige regionale Lebensmittel weiter steigern. Unsere Almmilch kommt ausschließlich aus der Region und die Tiroler verstehen, dass der Kauf dieser Produkte direkt die regionale Wertschöpfung fördert. Mein größtes Anliegen ist der Respekt für unsere Almbauern. Ich wünsche mir daher, dass auch durch eine noch stärkere Unterstützung der Tourismuswirtschaft unsere Tiroler Almen zukünftig gesichert werden.“ Hans Plattner, GF Hörtnagl, fügt hinzu: „Hochwertige Almprodukte sind bei der richtigen Vermarktung ein Gewinn entlang der gesamten Wertschöpfungskette und stärken damit die gesamte Region. Auch der Erfolg unseres Projektes ‚Grauviehalmochs‘, welches seit 25 Jahren gemeinsam mit der Agrarmarketing als Pionierprojekt die erste direkte Vernetzung zwischen Landwirten und Verarbeitern fördert, bestärkt uns in unserem Handeln. Und die Konsumenten freut es natürlich auch, zu wissen, dass die Alm, auf der das Rind aufgewachsen ist, einen Namen hat!“

Neuer „Almstammtisch“ wird die Vernetzung vertiefen

Über die Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und Tourismus ist in den vergangenen Jahren bereits sehr viel philosophiert worden, weiß Holding-Chef Margreiter: „Den schönen Worten müssen jetzt noch mehr Taten folgen. Deshalb forcieren wir die Verzahnung und setzen auf einen intensiven Dialog der Experten von Landwirtschaft, Tourismus und Handelspartnern, aber auch im Bildungsbereich. Regelmäßige Almstammtische sollen künftig diesen Austausch auf Augenhöhe fördern und dafür Sorge tragen, dass der Wertschöpfungsfaktor Tiroler Alm langfristig wirklich gestärkt wird und so zu einem Wettbewerbsvorteil und Mehrwert für ganz Tirol führt!“

 

Quelle: ProMedia

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