IS bekennt sich zum Anschlag in Berlin

Terrorverdacht bestätigt

IS bekennt sich zum Anschlag in Berlin

Der IS bekannte sich nun offiziell zu dem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin. Der Täter konnte noch nicht gefasst werden.

Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich gestern offiziell dazu den Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin verübt zu haben. Der noch am selben Abend verhaftete 31-jährige Pakistani wurde wieder freigelassen, nachdem sich der Tatverdacht der Polizei im Verhör nicht bestätigt hatte. Der Täter ist demnach noch auf freiem Fuß, auch die Tatwaffe, mit der der polnische LKW Lenker erschossen wurde, konnte nicht sichergestellt werden.

Bei dem terroristischen Anschlag im Westen Berlins ist ein Unbekannter am Montagabend mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gefahren und hat mindestens zwölf Menschen getötet. 48 Menschen lagen am frühen Dienstagmorgen zum Teil schwer verletzt in Krankenhäusern, wie die Polizei über Twitter mitteilte.

IS-Propaganda gibt Anweisungen für LKW-Attentat

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in ihrer Propaganda auch Anleitungen für Angriffe mit Lastwagen auf Zivilisten gegeben. So veröffentlichten die Jihadisten im November in ihrem Magazin "Rumiyah" einen dreiseitigen Artikel mit genauen Anweisungen, wie Einzeltäter ein solches Attentat verüben sollen. Dabei priesen sie den Angriff mit einem Lastwagen in Nizza als Vorbild.

Ein Fahrzeug sei für einen Angriff gut geeignet, weil es einfach zu beschaffen, aber nicht verdächtig sei. "Es ist eine der sichersten und einfachsten Waffen, die man gegen die Kuffar (Ungläubigen) einsetzen kann", heißt es in dem Artikel. Wichtig sei es, große und schwere Fahrzeuge mit ausreichender Geschwindigkeit auszuwählen.

Auch für potenzielle Ziele gibt das Magazin Anweisungen. Geeignet seien Märkte, Festivals, Paraden oder politische Versammlungen. Die Angreifer sollten sicherstellen, dass ihre Verbindung zum IS deutlich werde. Sie könnten etwa Zettel dabei haben, auf denen "Ich bin ein Soldat des Islamischen Staates" stehe.

Das Propaganda-Magazin "Rumiyah" ("Rom") erscheint seit einiger Zeit in unterschiedlichen Sprachen, darunter auch in Deutsch und Englisch. Der mittlerweile in Syrien getötete frühere IS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani hatte Anhänger der Dschihadisten vor rund zwei Jahren aufgerufen, als "einsame Wölfe" Attentate zu verüben.

Diashow: Anschlag in Berlin