Kopie von "La Familia" Prozess beginnt

Erste Urteile sind gefällt

"La Familia" Prozess - Tag 2

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Ein Urteil sowie sieben Diversionen wurden bereits am Montag ausgesprochen. Heute wird der Prozess mit der Einvernahme von 13 Angeklagten fortgesetzt.

Ein 18-jähriger Angeklagter ist bereits am Montag, dem ersten Verhandlungstag, wegen schwerer Körperverletzung verurteilt worden. Eine Strafe von fünf Monaten bedingt unter einer Probezeigt von drei Jahren wurde ihm auferlegt. Der Beschuldigte hatte sich auch an dem Platzsturm während des Fußballspiels zwischen OSC Lille und Maccabi Haifa in Bischofshofen letztes Jahr beteiligt. Dabei wurde ein israelischer Spieler verletzt. Der Junge hat seine Tat gestanden.

Die Verhandlung geht heute in die zweite Runde. 13 Angeklagten wird eine kriminelle Vereinigung wissen. Von einer solchen Vereinigung, gar einer Mafia wollen einige Verteidiger jedoch nicht sprechen. Die Angeklagten würden sich schon von Kindesalter an kennen, sagte ein Verteidiger am Montag. Nach wie vor gibt es massive Sicherheitsvorkehrungen, eine Sicherheitskontrolle beim Eingang des Gerichts und eine zweite direkt vor dem Gerichtssaal. Präsent sind außerdem Beamte der Polizei-Sondereinheit Cobra in Zivil sowie mehrere Justizwachebeamte.

Delikte der La Familia

Auf das Konto der sogenannten "La Familia"-Bande sollen insgesamt rund 50 Gewalttaten gehen, deren Bandbreite von schwerer Körperverletzung, über Nötigung und gefährlicher Drohung bis hin zur Sachbeschädigung reicht. Laut Anklage sind die 32 Angeklagten mit Gaspistolen, Schlagringen und Messern bewaffnet auf ihre Opfer losgegangen. Ein Opfer wurde mit einem Schlagring heftig im Gesicht verletzt, und auch im Straßenverkehr kennen die Mitglieder der „La Familia“ keine Grenzen. Vorgeworfen werden den Mitgliedern unter anderem gefährliche Bremsmanöver vor den Autos der Opfer, so dass diese zu gefährlichen Manövern gezwungen wurden. Motiv für die Übergriffe laut den Behörden war: Wer gegen ein Mitglied von "La Familia" gewesen sei, wurde massiv eingeschüchtert, bedroht und brutal verprügelt.

Insgesamt wurden vier Strafanträge eingebracht, die Strafdrohung reicht bis zu fünf Jahren Haft.

La Familia Mitglieder

Über die Hälfte der „La Familia-Mitglieder“ ist bereits vorbestraft. Die angeklagten Burschen und Mädchen im Alter zwischen 16 und 32 Jahren wohnen im Pongau. Die meisten von ihnen haben türkische Wurzeln. Mitverhandelt wird auch der Vorfall rund um den Platzsturm von Bischofshofen im vergangenen Sommer. Fußballer des israelischen Erstligisten Maccabi Haifa wurden von einigen der Angeklagten attackiert. Zehn Mitglieder wurden festgenommen und befinden sich derzeit in U-Haft.

Das Erkennungszeichen der Bande waren schwarze Pullover mit der Aufschrift „La Familia“. Der Name ist vermutlich eine Anlehnung an das Drogenkartell in Mexiko. Auch der mutmaßliche Kopf der „La Familia“ ist auf einen Zusammenhang mit Suchtgifthandel bedacht, denn er lässt sich mit dem Namen eines berühmten Drogenbaron aus Kolumbien, „Escobar“, ansprechen. Allerdings gibt es laut Aussagen der Polizei keine Verbindung zwischen der Pongauer Bande und Handel mit illegalen Suchtmitteln.

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