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Urteil

Tiroler Bergführer vor Gericht

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Der Tiroler Bergführer lies einen deutschen Tourengast alleine Umkehren, der Abstieg des Deutschen verlief tödlich.

Am Landesgericht Innsbruck ist ein Tiroler Bergführer heute zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Monaten verurteilt worden. Er muss sich wegen des Vergehens der fahrlässigen Tötung verantworten, weil er einen deutschen Tourengast bei einer Wanderung alleine umkehren lies. Der Deutsche stürzte beim Rückweg ab und verstarb.

Der Unfallhergang

Im Juli dieses Jahres lies der Tiroler Bergführer bei einer Wanderung am Piz Bernina in der Schweiz einen deutschen Tourengast alleine. Ihm wird daher vorgeworfen den Tod des Tourengastes herbeigeführt zu haben, da er zuließ dass der Deutsche trotz Krämpfen in den Oberschenkeln, Problemen mit der Höhe, ohne ein zum Abstieg erforderliches Seil und ohne Abseilgerät den Rückweg antrat. Der Tourengast stürzte ab und verstarb.

Hilfreiche Zeugenaussage

Der Richter legte dar, dass es keine Hinweise darauf gäbe, dass die Krämpfe des Tourengastes oder seine Probleme mit der Höhe begründend für den Unfall gewesen seien. Begründet sei das Fehlen des zum Abstieg notwendigen Seils gewesen. Doch ein Zeuge, der im Juli bei der Tour mitging, entlastete den Tiroler Bergführer. Laut seiner Aussage habe der Verunglückte behauptet, er habe ein Seil dabei. Der Tourengast habe darauf gedrängt alleine abzusteigen und versichert er schaffe den Weg alleine.

Das Gutachten

Der Gutachter bestätigt eine überdurchschnittlich hohe Sorgfalt des Bergführers bei der Planung seiner Tour. Auch sicherungstechnisch habe er die Situation gut eingeschätzt. Jedoch kritisiert er, dass der Tiroler den Tourengast, selbst mit Seil, nicht alleine hätte Umkehren lassen dürfen.

Der Tiroler Bergführer bekannte sich vorm Richter schuldig.

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